20 Jahre Happylab – da darf man schon mal zurückschauen und sich fragen: Wie hat das eigentlich alles angefangen? Was 2006 als ziemlich verrückte Idee begonnen hat, ist über die Jahre gewachsen, hat sich verändert und vor allem viele Menschen, Projekte und Ideen zusammengebracht.
Zum 20-jährigen Jubiläum haben wir deshalb die beiden Happylab-Gründer Karim Jafarmadar und Roland Stelzer zum Interview gebeten. Wir wollten wissen, was sie sich 2006 eigentlich dabei gedacht haben, wer sie auf ihrem Weg geprägt hat und was sie in all den Jahren selbst überrascht hat.
Ein kleiner Blick zurück, nach vorne und hinter die Kulissen von 20 Jahren Happylab.
Viel Spaß beim Lesen!
Was war 2006 eure verrückteste Idee für das Happylab?
Karim: 2006 wollten wir gleichzeitig zwei Dinge: ein autonomes Segelboot entwickeln, das eines Tages den Atlantik überqueren sollte, und mit dem Happylab einen offenen Ort schaffen, an dem jeder Zugang zu moderner Fertigungstechnik hat. Das Verrückte war aber weniger die Technik als unsere Naivität: Wir hatten kein fertiges Geschäftsmodell und keine Garantie, dass das funktionieren würde. Wir haben einfach einen Raum renoviert, aufgesperrt und angefangen. Das war wahrscheinlich die verrückteste Idee überhaupt.
Gab es 2006 jemanden, der euch besonders inspiriert oder unterstützt hat?
Roland: Ganz klar Herbert „Happy“ Hörtlehner, den Karim und ich während unseres Studiums als Professor für alles rund um Robotik und KI kennengelernt haben. Sein Unterricht war unkonventionell und stark vom Ausprobieren geprägt. Seine legendäre Aufgabenstellung lautete: „Machen Sie irgendwas - aber es muss funktionieren!“ Genau diese Haltung hat uns ermutigt, eigene Ideen nicht nur zu entwickeln, sondern einfach umzusetzen. Auch sein Spitzname lebt im Namen Happylab weiter.
Was hat euch in den letzten 20 Jahren im Happylab am meisten überrascht?
Karim: Mich überrascht bis heute, was passiert, wenn man Menschen die richtigen Werkzeuge und ein bisschen Unterstützung gibt. Die meisten kommen mit einer Idee herein und gehen mit Fähigkeiten hinaus, von denen sie vorher gar nicht wussten, dass sie sie haben. Ich hätte nie gedacht, wie viel Kreativität und Hilfsbereitschaft dadurch entstehen kann.
Gab es einen Moment, an dem ihr dachtet: „Das war’s jetzt“?
Karim: Natürlich gab es schwierige Phasen, aber ich hatte nie das Gefühl, dass das Happylab als Idee gescheitert ist. Im Gegenteil: Gerade in schwierigen Zeiten hat die Community gezeigt, warum sich der Einsatz lohnt. Das hat mir immer wieder Zuversicht gegeben.
Worauf seid ihr heute, 20 Jahre später, am meisten stolz?
Roland: Darauf, dass aus einer kleinen Idee eine lebendige Institution geworden ist, die für viele Menschen einen echten Unterschied macht. Und darauf, dass sich das Happylab trotz seines Wachstums die Offenheit, Neugier und Experimentierfreude der Anfangszeit bewahrt hat.
Was macht das Happylab-Team für euch besonders?
Roland: Das Team vereint sehr unterschiedliche Fähigkeiten, Persönlichkeiten und Zugänge. Jede und jeder bringt Ideen, Energie und viel Herzblut ein. Was alle verbindet, ist die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und pragmatisch Lösungen zu finden. Besonders stolz macht mich, wie wir als Team immer wieder über uns hinauswachsen – und selbst in stressigen Situationen den Humor nicht verlieren.
Wie sieht das Happylab für euch in 20 Jahren aus?
Karim: Ich hoffe, dass das Happylab dann gar nicht mehr etwas Besonderes ist, sondern selbstverständlich. Dass jeder schon in der Schule gelernt hat, digitale Fertigung und KI-gestützte Werkzeuge kreativ einzusetzen. Das Happylab wird dann weniger ein Ort mit Maschinen sein, sondern ein Ort, an dem Menschen gemeinsam Probleme lösen.
Was wünscht ihr euch für das Happylab in den nächsten 20 Jahren?
Roland: Ich wünsche mir, dass wir neugierig bleiben, neue Möglichkeiten aktiv mitgestalten und auch weiterhin Dinge ausprobieren, deren Ausgang noch nicht feststeht. Das Happylab soll ein Ort für alle bleiben: für Hobbybastler*innen, Kreative, Studierende, Start-ups, Handwerker*innen und Technikbegeisterte – für Jung und Alt. Diese besondere Mischung soll uns erhalten bleiben: Menschen lernen voneinander, inspirieren sich gegenseitig und machen gemeinsam aus Ideen Wirklichkeit.